Für unseren Basiskurs Metall machen wir um die Weihnachtszeit einen Nussknacker.

Die Einzelteile lassen sich zunächst mit Grundkenntnissen der manuellen Metallbearbeitung herstellen. Für die weiteren Teile kommen dann die Kenntnisse der maschinellen Metallbearbeitung, wie bohren, drehen und fräsen hinzu.

Am Ende stehen die Feinbearbeitung der Oberfläche, die Baugruppenmontage und die Funktionsprüfung.

Die Alltagstauglichkeit zeigt sich dann zuhause in der Familie, im vorweihnachtlichen Einsatz.

Dem Grundlehrgang Metall für die gewerblich-technischen Berufe, wie z.B. Industriemechaniker, Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker usw. liegt das Projekt Handhabungsgerät zugrunde.

Nachdem eine erste Fläche mühsam eben und winklig gefeilt wurde, geht es an die erste Maschine – eine Säulenbohrmaschine. Hier gibt es einige Werkzeuge kennenzulernen, die dann später aber auch wieder an der Drehmaschine eingesetzt werden können. Schließlich geht es an das Fräsen und so entstehen Schritt für Schritt die Einzelteile, die zusammengefügt unten abgebildetes Handhabungsgerät ergeben:

Der dabei entstehende Pneumatikzylinder erfordert schon einiges an Maschinenkenntnissen um zu funktionieren und leitet gleichzeitig über in das Themengebiet Steuerungstechnik mit Pneumatik.

So baut alles aufeinander auf und führt am Ende zu einer komplexen, funktionierenden Baugruppe.

Bei den Vorbereitungen zum 50-jährigen Schuljubiläum des Bildungszentrums Markdorf rief die Klasse 7d, der dort ansässigen Realschule, das Projekt „Zeitkapsel 2018-2043" ins Leben.

Eine Zeitkapsel ist eine Truhe, Schatulle oder ein sonstiges komplett geschlossenes Behältnis und wurde Früher oft in öffentlichen Großbauten mit verbaut. Sie ist gefüllt mit aktuellen Dingen wie z.B. einer aktuellen Tageszeitung und Bildern. Wurden nun diese Gebäude saniert oder abgerissen fand man diese Zeitkapsel. Dann hat man sie geöffnet und wusste wann das Gebäude entstanden ist und welche Themen gerade aktuell waren.

Diese Idee fand viel Anklang und so erklärte sich Herr Norbert Merkel, Geschäftsführer und Ausbilder des Ausbildungszentrums Norbert Merkels Talentwerkstatt, bereit mit den Azubis der IWM Automation Bodensee GmbH eine solche Zeitkapsel im Rahmen eines Ausbildungsprojekt anzufertigen.

Als erstes wurde eine Truhe aus Aluminium, mit den Maßen 400mm*300mm*125mm gekauft.

Im nächsten Schritt begann ein Industriekaufmann den mit der CNC-Maschine zu programmierenden Text in Word zu formatieren.

Zeitkapsel 2018-2043
Projekt der Klasse 7d RS
Anlässlich des 50-Jährigen Schuljubiläums
Des Bildungszentrums Markdorf

Als man sich nun auf Größe und Formatierungen geeinigt hatte, begann eine unserer Industriemechanikerinnen diesen Text auf einer CNC-Fräsmaschine zu programmieren.

Es wurde immer Zeile für Zeile des Textes programmiert und direkt in ein Stück Metall gefräst, wodurch der reibungslose Ablauf garantiert wurde, da Fehler sofort sichtbar waren. In der Zwischenzeit und nach Absprache, entschied sich Herr Merkel dazu, noch eine kleine Herausforderung einzubauen. Seine Auszubildenden sollten noch das Logo von Norbert Merkels Talentwerkstatt programmieren, da dies auch auf die Truhe sollte.

Also begannen die Auszubildenden das Logo zu formatieren, in der richtigen Größe auszudrucken und alle zum Fräsen erforderlichen Koordinaten zu vermessen und zu bestimmen.

Schließlich wurde die CNC-Steuerung mit den entsprechenden Daten versorgt und ein Probeteil gefertigt.

Nach Korrektur der letzten Feinheiten wurde sowohl Schriftzug, als auch Logo freigegeben, die Truhe exakt ausgerichtet und komplett bearbeitet.

Anschließend wurde die fertige Zeitkapsel an die Klasse 7d RS des Bildungszentrums Markdorf übergeben, die diese befüllten und am 07. Juni 2018 zum Jubiläumsfeier am Bildungszentrum vergraben.

Die künftige Generation darf gespannt sein, was da vergraben wurde.

Die Ausbildungsordnungen der gewerblich-technischen Berufe werden immer wieder den aktuellen technischen Entwicklungen angepasst.

Mit der Anschaffung unseres 3D-Druckers waren wir diesem Trend teilweise schon voraus: In einem gemeinsamen Azubiprojekt erstellten wir uns aus einem Bausatz in vielen Arbeitsstunden, nach zahlreichen Internetrecherchen, Software-Downloads und Versuchen einen funktionsfähigen 3D-Drucker her und lernten dabei quasi spielerisch die Themen „Additive Fertigungsverfahren", Vernetzung usw. kennen.

  Der nächste Schritt ist nun die Überführung dieser Erkenntnisse in ein permanent laufendes Projekt, so dass die kommenden Ausbildungsjahre auf diesen Erkenntnissen aufbauen und weitere Projekte realisieren können.

Die Girls' Day Akademie geht in die neunte Runde. Acht Mal war Norbert Merkel, anfangs mit der Rohwedder Macro Assembly GmbH, jetzt mit der „Talentwerkstatt" mit dabei.

Nach der Begrüßung waren wir alle gespannt auf die Schülerinnen und ihre Motivation an dem Projekt teilzunehmen.

Die Unternehmen und Vertreter/innen von verschiedenen Institutionen stellten ihre Beiträge zum Gelingen der Girls' Day Akademie vor – die nun Woche für Woche innerhalb eines Jahres stattfinden.

Uns ist es wichtig den Teilnehmerinnen die Angst vor größeren technischen Zusammenhängen zu nehmen – daher werden in der Talentwerkstatt mehrere einfache, in sich geschlossene Übungen aus den verschiedensten Technikfeldern durchgeführt.

Beim sich anschließenden Büffet gab es genügend Gelegenheiten sich gegenseitig kennen zu lernen.

Gruppenbild – Quelle: Homepage der Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth, Friedrichshafen

Gemäß dem Motto „Solide Grundlagen lernen, aber gleichzeitig über den Tellerrand hinausschauen" hat die Talentwerkstatt einen Ausflug zur AMB (Metallbearbeitungsmesse) in Stuttgart organisiert.

Wir trafen uns am frühen Donnerstagmorgen und fuhren mit circa dreißig Auszubildenden und Ausbildern aus unterschiedlichen Firmen im komfortablen Reisebus nach Stuttgart.

Dort angekommen erwartete uns ein riesiges Angebot an modernsten Fertigungstechniken in den Bereichen Drehen, Fräsen usw. – aber auch neueste Werkzeug- und Spanntechnologien.

Mit jeder Menge Anregungen, neuen Ideen und Wünschen ging es gegen vier Uhr wieder zurück nach Bermatingen.

Vom langen Tag hungrig geworden, kehrten wir in Bermatingen-Ahausen ein und hatten die Möglichkeit den Tag in lockerer Runde ausklingen zu lassen.

Die Aufrüstung unseres Maschinenparks geht weiter: Am 19. September 2018 kam unsere neue Leit- und Zugspindel-Drehmaschine, eine Weiler Praktikant VC plus.

Passend zur „Generation Handy und Tablet" haben wir unsere Drehmaschine mit einem großen Touchscreen ausstatten lassen, über den nicht nur die Maschine mit Daten versorgt oder die Zeichnung angezeigt wird, sondern auch Wartungsvideos u.ä. angeschaut werden können.

Die Maschine in Werkzeugmacherqualität verfügt über einen stufenlos regelbaren Antrieb, modernste Sicherheitstechnik und wurde mit unterschiedlichsten Werkzeugen und Spannmitteln bestens ausgestattet.

Die Lieferung dieser neuen Maschine haben wir zum Anlass genommen, um gleich die ganze „Lerninsel konventionelles Drehen" umzustellen, damit alle vier Maschinen komfortabel bedient werden können.

Nun freuen sich Norbert Merkel und alle Auszubildenden auf die Inbetriebnahme der Maschine und die erste Bedienungseinweisung.

 Die letzte Woche vor Weihnachten nutzten wir zur Maschinenwartung. Während an normalen Freitagen einfach „Klar-Schiff" gemacht wird, nutzten wir die letzten Tage, um uns intensiver mit dem „Innenleben" unserer Maschinen auseinanderzusetzen.

So zerlegten wir beispielsweise unsere Flachschleifmaschine der Firma Jung, reparierten gemeinsam mit unserem Elektroausbilder einige Kleinigkeiten, überschliffen einen Anschlag und wuchteten einige Schleifscheiben neu aus.

Am Donnerstagabend trafen wir uns mit den restlichen Auszubildenden, die teilweise schon im Urlaub oder heute an der Berufsschule waren, zur gemeinsamen Azubiweihnachtsfeier im Deggenhausertal. Bei leckerem Essen und angeregten Gesprächen verflog der Abend recht schnell und wir hatten die Möglichkeit noch einige „Taxifahrer" (Eltern, Freundinnen, Freunde usw.) kennenzulernen.

Der einzige Wermutstropfen an der Sache war, daß einige von uns am nächsten Tag noch einmal ran mussten, um letzte Aufräum- und Wartungsarbeiten zu übernehmen.

Auftakt zur Girls‘ Day Akademie 2018/2019

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